Keine Kriegsfabrik in Osnabrück auch auch nirgendwo anders
Das erste Mal seit 81 Jahren wieder Militärfahrzeuge „made by VW“?

Die Aufträge bei VW Osnabrück laufen bis 2027 aus, der Konzern kann mit Cabrio-Produktion nicht mehr genug Gewinne mit dem Werk erzielen.
Und wie überall, wo zivil produzierende Firmen in Not sind, klopft auch hier schon die Rüstungsindustrie an die Tür: Es gibt vermeintlich sichere Aufträge und Geschäfte in Milliardenhöhe. Noch sind keine Verträge unterzeichnet (zumindest nicht öffentlich), deshalb ist jetzt Zeit, aktiv zu werden.
Zuletzt hat VW sogar selbst Prototypen für militärische Produkte entwickelt. Der Pick-Up MV.1 und der Transporter MV.2 wurden Anfang März auf einer Rüstungsmesse vorgestellt – in der Hoffnung damit Folgeaufträge für das Werk in Osnabrück zu bekommen. Volkswagen bekennt sich damit zu seinen ursprünglichen Wurzeln: Militarismus, Nationalismus und natürlich Profite.
Das VW-Werk in Osnabrück ist „gut geeignet“ für die Produktion von Rüstungsgütern – Armin Papperger, Rheinmetall-CEO
„Wir schauen uns sehr gezielt an, was dort an Notwendigkeiten ist, wenn es dann beispielsweise auch um Militärfahrzeuge gehen sollte. Da muss man das prüfen“ – Oliver Blume, VW-Chef
„Wenn es das Angebot gäbe und die Arbeitsplätze damit gesichert wären, würden die Arbeitnehmervertreter sofort einschlagen. Die Kritik von Pazifisten, die Friedensstadt dürfe sich der Rüstungsproduktion nicht öffnen, teilen die Arbeitnehmervertreter ausdrücklich nicht.“ – Stephan Soldanski, 1. Bevollmächtigter IGM Osnabrück

„Ich bin der Meinung, dass Deutschland und Europa unabhängiger werden müssen im Bereich Verteidigung“ – Daniela Cavallo, Gesamtbetriebsratsvorsitzende
Das muss nicht so sein. Die “Krise” der deutschen Automobilindustrie kann eine Chance sein, für eine sinnvolle Konversion, die allen Menschen und nicht nur den Profiten der Kriegsverdiener nutzt:
In Osnabrück beispielsweise wurden in der Vergangenheit bereits Kleinbusse gebaut. Das, aber auch andere öffentliche Verkehrsmittel braucht es nach dem ÖPNV-Abwrackkurs der letzten Jahrzehnte. Letztlich sollte es aber eine Entscheidung nicht nur der Beschäftigten, sondern aller Betroffenen sein, was wie und wo produziert wird.
Die anstehende Transformation der Autoindustrie bietet Chancen – nutzen wir sie!
